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Unser Besuch in Malta

Am Samstag, 29.03.2008, ging es endlich los. Wir flogen nach Malta - für viele für uns war es der erste Flug und dementsprechend aufregend. Zudem hatten wir bis jetzt nur per E-Mail Kontakt mit unseren maltesischen Partnern. Wie wohl so alles sein wird? Ist der Partner/die Partnerin nett? Wird die Verständigung klappen? In der Abflughalle erwarteten uns Frau Hedderich und Frau Arndt, die kurzfristig für die erkrankte Frau Hölscher eingesprungen ist - unsere Organisatoren des ganzen Austausches. Aber bevor wir in Malta angekamen, musste natürlich noch zunächst die Reise mit all ihren Etappen erfolgen:

Check-in und Sicherheitskontrolle, wo unser Handgepäck durchleuchtet wurde. Das dauerte ewig... Im Flugzeug mussten wir nochmal eine halbe- bis dreiviertel Stunde warten. Endlich - nach einer Ewigkeit starteten wir. Wir kamen um 22.00 Uhr nach ca. 2 1/2 Stunden Flug endlich in Malta an. An der Gepäckausgabe merkten wir, dass ein Koffer fehlte. Kann ja mal passieren, der wurde uns dann nachgeschickt. Und dann waren wir endlich da: Unsere Gastfamilien erwarteten uns bereits und empfingen uns freudig. Das war sehr nett. Und wir dachten: Mal sehen, wie so alles wird.

Am Sonntag nach unserer Ankunft hatten wir einen Tag mit unseren Gastfamilien. Die meisten von uns ließen sich die Stadt, in der sie für die nächsten sechs Tage wohnen sollten, zeigen. Wir bekamen schöne Ausblicke zu sehen:
z. B. Parks und typische maltesische Bauten wie den Grand Harbour (die Hafenbucht von Valletta, der Hauptstadt von Malta). Manche trafen sich auch mit Freunden ihrer Austauschschüler oder gingen mit ihrer Gastfamilie essen. Der Tag hat sich für uns sehr gelohnt, weil wir so unsere Gastfamilie besser kennen lernen konnten. Der erste
Tag, den wir in Malta und bei unseren Gastfamilien verbrachten, war auch gleichzeitig unser "freier Tag". Die Gastfamilien haben sich ein Programm ausgedacht, bei dem sie uns Dinge zeigten, die wir auf unseren gemeinsamen Ausflügen nicht sehen würden. Viele haben Spaziergänge an den schönen Stränden unternommen und haben sich die
größeren Städte zeigen lassen. Abends wurde dann typisch maltesisch essen gegangen oder selbst gekocht. Einige haben sich einen englischen Film angesehen: "Das war mal etwas ganz anderes. Ich war überrascht, wie viel ich verstanden habe." Wir alle haben die Zeit sehr genossen und es war vorteilhaft gleich zu Anfang diesen Tag gehabt zu haben. Wir konnten uns gut mit unseren Maltesern anfreunden und das war natürlich sehr wichtig.

Der Montag begann damit, dass wir (die deutschen und maltesichen Schüler und Lehrer) uns alle in Valetta trafen, um von dort aus mit einem Minibus zu der Fährstation zu fahren. Die Fahrt verlief problemlos und alle hatten viel Spaß. Wir mussten ungefähr 5-10 Minuten warten, bis wir endlich auf die Fähre auffahren konnten. Die zwei Minibusse wurde in einer großen Garage unter Deck geparkt und wir haben die Fahrt auf dem oberen Deck damit verbracht zu essen, zu trinken, zu reden und Fotos zu machen. Auf Gozo angekommen fuhren wir zu einer Art Tempelmuseum. Es war nicht wirklich ein Museum, mehr ein eingeschränktes Stück Land, das für Touristen hergemacht wurde. Ein Führer hat uns zu den Ruinen Ggantijas geführt und uns einen Vortrag darüber gehalten. Der Tempel soll älter als die Pyramiden in Ägypten sein! Ein Beweis wie früh Malta schon besiedelt war. Später
durften wir dort noch frei herumlaufen, bis wir zum Bus zurückkehrten und weiter fuhren. Wir wurden nach Viktoria, zur Hauptstadt Gozos, gefahren, wo wir von der Stadtbefestigung aus die Landschaft bewunderten und innerhalb der Stadt einen Blick auf eine Polizeiparade erhaschten. Es war nämlich Nationalfeiertag, an dem des Abzugs der britischen Truppen gedacht wurde. Auf dem Paradeplatz trafen wir den Bischof von Gozo, den unsere maltesischen Gäste erst von ein paar Wochen kennen gelernt hatten. Sie haben ihn dann angesprochen und er ist zu uns herüber gekommen und hat sich mit uns fotografieren lassen. Wir gingen weiter durch die Straßen und gingen schließlich zurück zu den Bussen, die uns an die Küste Gozos brachten, und zwar zum Azure Window - eine schöne Felsformation und zum Inland Sea (Dwejra) wo wir einige Zeit hatten, Bilder zu machen und einfach
herumzulaufen. Danach fuhren wir mit dem Minibus - nach einem Abstecher zu einem Sandstrand - wieder zurück zur Fähre, setzten ans andere Ufer über und fuhren zurück nach Valletta. Dort wurden dann einige Austauschschüler mit ihren Partnern von den Gasteltern abgeholt, andere fuhren mit dem Bus nach Hause. Das war unser Tag in Gozo.
Es war einfach fantastisch!!!

Der Dienstag begann mit Regen. Wir waren jedoch mit unseren Austauschschülern in der Schule. Wenn es in Malta regnet, stehen meistens die Straßen unter Wasser, deswegen kamen wir etwas später als gewöhnlich zur Schule. In Malta gehen Jungen und Mädchen getrennt zur Schule. Der Unterricht dauert bis 15 Uhr. Und es werden Schuluniformen getragen. Natürlich gibt es auch die passende Sportkleidung für jeden. Das einzige, was man sich selbst aussuchen kann, sind die Schuhe, die aber schwarz sein müssen. An Schmuck sind nur Ohrringe und ein Ring erlaubt. Auch wird darauf geachtet, dass die Mädchen nicht übermäßig geschminkt sind und keine auffallende Haarfarbe haben wie zum Beispiel Bill von Tokio Hotel. Der Unterricht ist anders als in Deutschland. Meist ist es Frontalunterricht, der Lehrer steht vor der Klasse und trägt seinen Stoff vor. Unser Stundenplan für diesen
Tag sah so aus: 1. Stunde Sozialkunde, 2. Stunde Mathe. Bevor der Unterricht beginnt, wird gebetet und man macht das Kreuzzeichen. Danach wird jedes Mal wieder eine Anwesensheitsliste überprüft. Der Unterrichtsstoff ist unserem sehr ähnlich. Über die Folgen der Arbeitslosigkeit wurde in Sozialkunde berichtet. In Mathe wurde das
Thema "Satz des Pythagoras" durchgenommen. Danach folgte eine große Pause. Da es in der Pause immer noch regnete, durfte man auch in dem Gebäude der Schule bleiben. In dieser Schule gibt es nicht nur ein Gebäude, sondern mehrere Gebäude, die nicht miteinander verbunden sind. Außerdem haben sie auch andere Schulfächer z.B.
Technisches Zeichnen. Sport wird auf dem Pausenhof unterrichtet, wenn das Wetter es zulässt. Nach der Pause trafen wir uns mit allen deutschen Teilnehmern des Austauschs im Büro der Schuldirektorin. Dort bekamen wir etwas zu essen und auch etwas zu trinken. Nach dem zweiten kleinen Frühstück gingen wir in die Aula. Dort bekamen wir traditionelle alte maltesische Musikinstrumente, z. B. das Tambourine, vorgestellt. Dies war auch schon das Ende unseres Schulbesuches. Wir wurden von einem Bus abgeholt, der uns nach Sliema brachte. Dort stiegen wir in ein Schiff, mit dem wir eine Hafenrundfahrt machten. Bei dieser Rundfahrt sahen wir viele alte und bedeutende Gebäude von Malta. Darunter auch eine Menge von Wachtürmen aus früherer Zeit und einem Krankenhaus aus der Kreuzritterzeit! Außerdem wurde uns erklärt, wieso es für den riesigen Hafen nur einen kleinen Eingang gab. Dies kommt noch aus der Zeit, in der sich Malta strategisch gegen Angriffe rüstete. Durch die kleine Einfahrt war besser zu kontrollieren, wer in den Hafen einfuhr. Die Hafenrundfahrt dauerte ca. 1 1/2 Stunden. Nach der Schifffahrt trafen wir unsere Austauschpartner wieder und hatten Zeit, um mit ihnen Sliema zu erkunden (shoppen zu gehen). Dann waren wir bei den Gastfamilien. Die Jungs waren natürlich in der Jungenschule zu Besuch: Der Tag begann sehr regnerisch, aber trotzdem fuhren wir mit dem Bus zur Schule. Das hatten wir jedenfalls vor, aber als der Regen auf den größeren Straßen Stau auslöste, verlor der Busfahrer die Lust und er fuhr wieder nach Hause. Danach standen ich und mein Austauschpartner ohne Geld und ohne Fahrkarte wieder zu Hause. Zum Glück gab uns die Oma meines Austauschpartners Geld für den normalen Linienbus und wir kamen dann doch in der Schule an. Dort trafen wir uns in der Deutschklasse und gingen dann in die Schulkantine und aßen ein typisch maltesisches Sandwich. Danach wurden wir von dem Lehrer, der die männlichen Austauschschüler betreute, durch die Schule geführt. Wir sahen den Kunstraum, den Computerraum und weitere normale Unterrichtsklassen, aber auch eines der Lehrerzimmer und ein
anderes, in dem Studientipps verteilt wurden. Wir wurden auch in einen Teil des Schulgebäudes geführt, in dem 18- bis 22jährige ihren Abschluss beendeten. Als wir hinter den Parkplatz geführt wurden, lag eine alte Ruine einer früheren Burg vor uns, die Eigentum des Schulgeländes ist. Der Lehrer erklärte uns alles Sehenswerte und
stellte uns auch die meisten anderen Lehrer vor. Wir wurden zu "Gemälden" geführt, die von Schülern gemalt wurden, die Kunst-Leistungskurs belegt hatten. Es war wirklich eindrucksvoll, wie die künstlerischen Fähigkeiten dieser Schüler hier gefördert werden, denn uns wurde auch von Zeichenwettbewerben für Schüler berichtet, die
dort große Preise gewinnen konnten. Mein Gesamteindruck der Schule war sehr positiv. Es wird nicht viel auf Äußerlichkeiten geachtet, aber dafür werden viele interessante Fächer angeboten.

Am Mittwoch sind wir mit dem Bus zu der Jungenschule gefahren, die mein Austauschpartner besucht, und sind von dort aus um 8.30 Uhr mit unseren Austauschschülern in die Stadt Valletta ( Hauptstadt Maltas) gefahren und haben dort die "St. John's Co-Cathedral" besichtigt. Dieses Museum ist eine einzige Schatzkammer: die Gemälde wurden von vielen verschiedenen Künstlern der Barockzeit geschaffen, unter anderem Mattia Preti, Giuseppe Mazzuoli, Gian Lorenzo Bernini und Michelangelo Merisi. Durch Spenden von den Großmeistern und Rittern bereicherten sie die Kathedrale mit den besten Kunstwerken führender Künstler. Die Ritter waren Adelige der wichtigsten Familien Europas und hatten alle eine Mission: Den katholischen Glauben und Europa vor den Angriffen der osmanischen Türken zu beschützen. Daher haben sie Malta auch im Jahre 1565 zu einer einzigen Festung mit meterdicken und kilometerlangen Mauern "umfunktioniert". Wir bekamen neumodische Kassettenrekorder, mit denen die vielen Gemälde, Statuen und Altäre erklärt und beschrieben wurden. Das war auch nötig, weil hinter fast jedem Gemälde eine große und manchmal schwierige Geschichte steckte. Besonders auffällig waren die Gräber von Rittern, auf denen man die ganze Zeit läuft, weil sie direkt unter der Kathedrale begraben wurden und nun dort logischerweise immer noch liegen. In der Kathedrale mussten wir folgende Regeln einhalten: Die Kleidung muss Schultern, Oberkörper und Beine ausreichend bedecken, keine Stiletti oder Schuhe mit schmalen Absätzen (aufgrund des wertvollen Marmorbodens); Anfassen oder Fotografieren mit Blitz von Kunstwerken nicht erlaubt; Rucksäcke müssen in der Hand oder vor dem Bauch getragen werden. Danach haben wir den Film "Malta Experience" angeschaut, in dem interessant die Geschichte Maltas beschrieben wurde. Wir sahen viele Kriege, in denen sich Malta tapfer schlug und am Ende (heute) freundlich und in Frieden mit den Ländern in der größeren Umgebung handelt... Anschließend gingen wir etwas in der Jugendherberge in M'Xlokk essen (es gab ein 3-Gänge-Menü). Nach der Mahlzeit besuchten wir das "Malta at war Museum" und wir sahen den Film "The Malta G.C. Wartime Movie" und kletterten durch die Bunker von Malta. Dort unten gab es auch sehr schmale Gänge, durch die wir uns zwängten! Zu guter Letzt sind wir zuerst wieder zurück nach Valletta an den Busbahnhof und von dort aus jeder mit seinem Austauschschüler mit dem Bus nach Hause gefahren.

Am Donnerstag trafen wir uns um 8.30 Uhr an der Mädchenschule und fuhren mit dem Bus zum Mosta Dome. Dort bestaunten wir von innen die viertgrößte Kuppel der Welt. Anschließend fuhren wir mit dem Bus in ein Glasmuseum. Wir konnten die Schritte der Glasherstellung, angefangen vom flüssigen Glas über das Glasblasen bis zum Verkauf verfolgen. Besonders gut gefallen haben mir die bunten Farben der Vasen, Lampen und Gläser. Danach fuhren wir mit dem Bus in die frühere Hauptstadt Mdina, dort leben ca. 400 Menschen. Nach unserem kurzen Rundgang durch die sehr schmalen Gassen war unsere nächste Station das Museum Domus Romana. Wir hatten eine Führung und bekamen viel über die Lebensgewohnheiten der Römer in Malta und über die Mosaike im römischen Haus erzählt. Diese Mosaike gehören zu den ältesten im westlichen Mittelmeerraum. Zu Fuß erreichten wir nach wenigen Minuten die St. Paul's Grotto und sahen uns dort die Grabplatten von berühmten Rittern an. Die letzte Station in Mdina war die St. Paul's Katakombe. Wir besichtigten die unterirdische Katakombenanlage mit den Gräbern der frühen Christen. Die kleinen Wandvertiefungen in der Katakombe waren wahrscheinlich Kindergräber. Später dienten die Katakomben als Luftschutzkeller. Durch die engen, dunklen Gänge zu laufen, war unheimlich, aber es hat uns Spaß gemacht. Wir fuhren zurück, aber auf dem Weg hielten wir noch mal an einem Aussichtsplatz. Von dort aus hatten wir eine schöne Aussicht auf das Meer. Leider war das Wetter nicht so gut, denn es war windig und wir hatten keine gute
Weitsicht. Doch dieser lange, anstrengende Tag war um 16.30 Uhr noch nicht zu Ende, denn unsere Austauschpartner hatten ein Abschlussfest in der Mädchenschule organisiert. Sie servierten uns leckere maltesische Spezialitäten. Nach dem Essen führten alle unsere Austauschschüler zusammen einen Überraschungstanz für uns auf. Außerdem hatten sie noch Spiele für diesen Abend vorbereitet. Leider konnten wir nur eins dieser Spiele spielen, weil es schon so spät war. Aber dieses Spiel machte richtig Spaß. Die Malteser hatten sich an verschiedenen Orten in der Schule versteckt und wenn wir einen von ihnen fanden, stellte er uns Fragen über Malta und wenn wir diese richtig beantworteten, gab er uns einen Tipp, wo wir den nächsten Schüler fanden. Und derjenige, der als erster alle Fragen beantwortet hatte, gewann. Es war ein sehr gelungener Abend und wir waren alle traurig, dass wir am
nächsten Tag zurück nach Deutschland fliegen mussten.

Am Freitag, 4. April 2008 war es dann leider schon soweit. Es hieß Abschied nehmen. Die Woche war wie im Flug vergangen und jetzt standen wir schon wieder am Flughafen. Aber es würde ja kein Abschied für lange Zeit sein von unseren neuen Freunden, denn in zwei Wochen stand schon der Rückbesuch an. Es war schön im Hellen zu fliegen und die Wolken von oben zu sehen. Das Essen, das es im Flugzeug gab, bestand aus einem Kartoffelsalat, Käse, zwei Brötchen und einem Stück Kuchen, dazu Kaffee und andere Getränke. Zwischendurch lockerte ein Film von Tom und Jerry die Fluggäste auf. Insgesamt war der Rückflug schneller als der Hinflug. An der Gepäckausgabe erhielten wir alle unsere Koffer - nach ein paar Schreckminuten, denn ein Koffer kam erst später - und verabschiedeten uns. Dann ging jeder wieder seinen eigenen Weg ins Wochenende mit vielen schönen Erlebnissen und Erfahrungen.

Ein großes Dankeschön an unsere maltesischen Partner und Gastfamilien, sowie die maltesischen und deutschen Lehrer/innen, ohne die dieser Kontakt und somit dieser Austausch mit den Schulen nicht zustande gekommen wäre. Vielen Dank an Frau Curmi, Frau Cannataci, Herrn Armeni, Frau Hedderich, Frau Hölscher und Frau Arndt für die Planung, Organisation und Durchführung. Es war ein tolles Erlebnis.

Der Rückbesuch

Am Samstag, den 19.04.08 war es soweit. Unser Rückbesuch kam - mit ziemlicher Verspätung - am Flughafen an. Aber auch bei ihnen war der Flug gut verlaufen und so war unsere Freude groß, unseren Gästen unsere Gegend zu zeigen.

Der Sonntag war auch gleich als Familientag gedacht. An diesen Tag stand kein offizielles Pogramm an, das heißt, wir konnten das unternehmen, was wir wollten. Also beschlossen z. B. M. und ich mit unseren Austauschpartnern L. und R. auf die Eisbahn nach Mainz zu fahren, da es so etwas in Malta ja nicht gibt. Eigentlich hatten wir vor, mit Fahrrädern zu der Badestelle am Rhein zu fahren, aber wir hatten Angst, dass das Wetter nicht mitspielt. Auf der Fahrt zur Eisbahn waren unsere Austauschpartner wieder mal sehr erstaunt über unsere guten Straßen, denn in Malta sind die Straßen sehr uneben mit vielen Schlaglöchern. Auf der Eisbahn angekommen stellten wir fest, das wir nicht die einzigen waren, die auf diese Idee gekommen waren, auch ein paar andere aus unsere Gruppe waren mit ihren Austauschpartnern auf die Eisbahn gefahren. Für einige Malteser war das das erste Mal, dass sie auf Eis standen, dadurch haben wir die erste Zeit damit verbracht an der Bande entlang zu fahren. Doch dafür, dass es für die meisten das erste Mal war, waren sie nach kurzer Zeit schon recht sicher auf dem Eis. Zwei andere von uns waren mit ihren Austauschpartnern reiten, was für beide Malteser auch eine neue Erfahrung war. Und wieder andere haben mit ihren Maltesern einen Spaziergang durch einen Wald unternommen, da es auf Malta ja wenig Grünes gibt und erst recht keine Wälder.

Am Montag war die Besichtigung der Schule angesagt. Um 7.45 Uhr trafen wir uns alle gemeinsam. Zuerst hielt Frau Klar eine Wilkommensrede, die von Frau Hedderich übersetzt wurde. Danach wurden Gastgeschenke überreicht. Einer von uns erklärte das Schulsystem und zwei weitere führten anschließend durch die Schule. Die Führung beinhaltete die naturwissenschaftlichen Räume, Ruhe- und Sportraum, ebenfalls die Mensa und zuletzt führte jede/r Schüler/in seine/n Austauschpartner/in in den Unterricht und seine/ihre Klasse. Nach den 4 Stunden sehr unterschiedlichen Unterrichts, um 12.30 Uhr, aßen alle gemeinsam in der Mensa zu Mittag. Danach führten zwei von uns durch Stromberg. Diese Führung beinhaltete die Grundschule, die Stromburg, sowie den Deutschen Michel, auch die katholische und evangelische Kirche und zuletzt die Wetterstation Strombergs und das Rathaus. Die maltesischen Ausstauschpartner/innen erhielten dadurch einen guten Überblick über die Geschichte Strombergs. Das gemeinsame Programm endete um 16 Uhr, wonach jeder mit seinem Austauschpartner bzw. seiner Austauschpartnerin freie Aktivitäten verfolgte.

Am Dienstag war Mainz angesagt. Alle freuten sich. Um 9.10 Uhr war Treffpunkt in Bingen am Hauptbahnhof. Mit dem Zug ging es dann nach Mainz. Dort hatten wir eine Stadtrundführung. Man sah die Altstadt von Mainz, aber auch Kirchen und ein paar Geschäfte. Nach dieser informativen Rundführung besuchten wir das Gutenberg-Museum. Das Gutenberg-Museum ist ein weltweit bekanntes Museum der Schrift- und der Druckkunst. Die Bibeln sind nur einige der Kostbarkeiten des Museums. Allein eine ist heute um die 15 Millionen Euro wert. Deswegen befinden sie sich auch in einem Tresor. Ein anderer Schatz ist auch die über 550 Jahre alte Druckmaschine. Sogar heute wird noch gezeigt, wie man damit druckt. Anschließend hatten wir noch eine Führung durch den Dom. Am 29. August 1009 wurde der Dom geweiht. Nach der Rundführung hatten wir noch Zeit, mit unseren Austauschschülern einkaufen zu gehen. Natürlich wollten alle in den H&M, weil es dieses Geschäft in Malta nicht gibt. Um 15 Uhr war dann die Abfahrt mit dem Zug nach Bingen. Wer wollte durfte auch in Mainz bleiben. In Bingen angekommen war das gemeinsame Programm für diesen Tag zu Ende.

[Mittwoch fand der Besuch im Freilichtmuseum Bad Sobernheim mit Sonderschau in der Schmiede, beim Besenbinder
und in der Druckerei statt.]


Am Donnerstag gingen wir mit unseren Austauschschülern auf die Landesgartenschau (LGS). Wir trafen uns um 9.20 Uhr am Eingang der Hindenburganlage und als Gruppe gingen wir dann in das LGS-Gelände. Wir hatten eine einstündige Führung auf Englisch durch 3 Schüler/innen unserer Schülerfirma UNIGS. Danach bekamen wir von ihnen erarbeitete Aufgabenzettel, mit denen wir verschiedene Plätze der LGS aufsuchen mussten und dann dazu Fragen beantworten mussten. Aber wir haben alle von einander abgeschrieben und waren dann natürlich schon viel früher fertig als geplant. Deswegen machten wir noch mehrere Gruppenfotos und entspannten uns auf der LGS und machten Quatsch auf den Spielplätzen, die es dort gab. Um ca. 12.00 Uhr war das Gruppenprogramm zu Ende und wir durften mit unseren Austauschschülern selbst den Nachmittag gestalten. Viele unserer Austauschsschüler wollten shoppen gehen, weil es in Malta nicht so viele und große Einkaufspassagen gibt.

Der Freitag hat damit begonnen, dass wir uns am selben Treffpunkt wie am vorherigen Tag an der Landesgartenschau getroffen haben und dann mit dem Schiff nach St. Goar gefahren sind, den Rhein entlang. Auf dem Schiff hatten wir eine Menge Spaß. Als das Schiff in St. Goar angelegt hatte, sind wir von Bord gegangen und zur Burg hochgelaufen. Es war ein steiler Weg nach oben. In der Burg hatten wir eine Führung durch die kleinen, unterirdischen Gänge und auch zu anderen Räumen, wie ein Verlies und einen Keller. Schon unheimlich mit den Taschenlampen durch die Gänge..., aber sehr lustig, denn einige mussten sich auch ganz schön bücken, um sich den Kopf nicht anzustoßen. Ein besonderes Erlebnis war, als zwei von uns ein Lied sangen im großen Keller - eine tolle Akustik. Danach hatten wir Zeit, uns alles noch mal selber anzuschauen, zu essen und trinken. Dann sind
wir alle wieder runtergelaufen und mit dem Schiff wieder zurück gefahren. Am Ende des Tages haben wir eine Abschiedsfeier gemacht, denn auch diese gemeinsame Woche kam langsam zu ihrem Abschluss. Die Eltern hatten alle leckere Dinge für ein Buffet vorbereitet und so konnten die Malteser - wie wir in Malta - nochmal typische deutsche Spezialitäten probieren. Zur Unterhaltung haben zwei von uns mit "Powerstimme" gesungen. Super! Aber auch das Publikum selbst war gefragt bei dem Song "Das rote Pferd" aktiv zu werden. Die Stimmung war richtig toll. Am nächsten Tag - den Morgen hatten zunächst noch alle selbst gestaltet - ging es am Nachmittag zum Flughafen, Nun hieß es endgültig Abschied nehmen. Eine schöne, aber auch anstrengende Woche ging zu Ende. Wir hoffen, dass die maltesischen Gäste genau so viele schöne Erinnerungen mitnehmen von der Zeit wie wir und
Kontakte bestehen bleiben.


Ein weiterer Erfahrungsbericht des Austausches mit Malta

Fünfzehn Schüler/innen aus den Jahrgängen 8 bis 10 haben mit positiven Eindrücken an dem Malta-Austausch teilgenommen. Insgesamt hat es allen sehr gut gefallen und fast alle würden diesen Austausch wiederholen. Jedoch waren die ersten zwei, drei Tage sehr gewöhnungsbedürftig, denn vieles in Malta ist ganz anders als in Deutschland. Wir mussten feststellen, dass die Häuser sehr klein und eng sind, weil dort bis zu sechs Menschen unter einem Dach "hausen". Dass die Häuser so klein sind, liegt daran, dass Malta überbevölkert
ist und dadurch kein Platz für größere Häuser vorhanden ist. Die drei Schüler, die vor zwei Jahren schon einmal an dem Malta-Austausch teilgenommen haben, haben jedoch berichtet, dass es dieses Mal viel mehr Spaß gemacht und man auch mehr von der maltesischen Kultur mitbekommen hat, da man im Gegensatz zum letztem Mal die gesamte Woche in den Gastfamilien gewohnt hat. (Beim letzten Mal waren wir in einer Jugendherberge untergebracht.) Es hat allen sehr gut gefallen einmal eine andere Kultur kennen zu lernen. Valletta die Hauptstadt von Malta ist ein besonders schöner Ort, mit vielen Parks und Häfen. Wir hatten nach einer interessanten Kirchenführung, ein wenig Zeit für uns und einige haben sich in einer Fußgängerzone in einem der Cafés niedergelassen, um etwas zu trinken, denn es war schon sehr heiß, obwohl wir gerade erst Anfang April hatten. Von dort aus hatten wir eine
schöne Sicht auf einen Teil der Stadt, der fast wie verzaubert wirkte wegen der vielen Leuten, die sich dort tummelten und dem schönen Blick aufs Meer... Der Austausch mit Malta war schön und lehrreich und keiner bereut die Tage mit den 15 Maltesern. In diesem Sinne ein herzliches Dankeschön an alle Lehrer, die uns diese tolle Woche ermöglicht haben.